Test: Luther - Das Spiel von Erika und Martin Schlegel

Geschrieben von Daniel Krause.

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“500 Jahre Reformation” - 2017 ist es soweit, dann wird das Jubiläum mit zahlreichen Festen gefeiert. Der Kosmos-Verlag bringt dafür schon dieses Jahr zu Messe “Luther - Das Spiel” heraus. Wir haben es und schon angeschaut und zeigen, dass Geschichtsunterricht auch unterhaltsam sein kann.

Es ist eher selten, dass ein Ehepaar gemeinsam ein Spiel erfindet und gestaltet. Im Fall von Erika und Martin Schlegel ist es jedoch schon das zweite Mal, dass sie gemeinsam am Werk waren. Wer sich für den Autoren interessiert, kann in unserem Interview viele interessante Dinge lesen: Martin Schlegel der Spielentwickler im Interview

Test: Luther - Das Spiel von Erika und Martin Schlegel Brettspiel, Kosmos

Darum geht es im Spiel:

Mit seinen 95 Thesen, die den Ablasshandel der Kirche grundsätzlich in Frage stellten, veränderte Martin Luther die Welt. Als Luthers Zeitgenossen treten die Spieler in seine Fußstapfen und bereisen die Orte, in denen er wirkte. Dabei treffen sie auf wichtige Weggefährten des Reformators und vollenden gemeinsam das große Luther-Bild des Malers Lucas Cranach. Für all dies erhalten sie Erfahrungspunkte. Wenn das Luther-Bild fertig ist, gewinnt nach einer Schlussrunde, wer die meisten Erfahrungspunkte hat.

Das ist das Spielmaterial:

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Vorbereitung: Der Spielplan wird ausgelegt und die Karten werden an die jeweiligen Plätze gelegt. Die Portraits werden auf dem Spielplan platziert und der Rest neben dem Plan bereit gelegt. Das Lutherbild wird mit den Plättchen verdeckt und der Stapel mit den “Cranach malt” Stapel wird gebildet. Die fünf obersten Cranach-Marker werden gezogen und die entsprechenden Plättchen vom Lutherbild entfernt.
Jeder der 2-4 Spieler bekommt zwei Proviantkarten mit dem Wert 1 und 2. Der jüngste Spieler wird Startspieler und bekommt den Marker. Dann kann es schon losgehen.


Spielablauf: Der Startspieler legt in der Spieleranzahl plus eins Pärchen der Proviantkarten aus. Diese haben auf der Rückseite, Brot, Käse und Dünnbier. Der Nachziehstapel ist mit allen gemischt. “Käse” bringt nur wenig Bewegungspunkte mit. “Brot” bringt etwas mehr und “Dünnbier” bringt am meisten Bewegungspunkte. Für jede Brot- oder Käse-Karte wird zusätzlich jeweils eine Sonderkarte vom entsprechenden mit Brot oder Käse markierten Stapel gezogen.

Haben alle Spieler zwei Karten und die eventuell dazugehörigen Sonderkarten genommen kann das Spiel mit dem Startspieler beginnen. Als erstes werden vor einem liegende Ereigniskarten vorgelesen und abgehandelt.

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Jeder Spieler kann folgende Aktionen einmal in beliebiger Reihenfolge ausführen.

- Reisen: Es ist erlaubt bis zu drei Städte weit zu reisen. Mit Proviantkarten müssen die dafür nötigen Wegpunkte bezahlt werden. In der Zielstadt darf ein Portrait genommen werden. Für diese bekommt man am Ende des Spiels Punkte. Die Bewegung bringt ebenfalls einen Erfahrungspunkt pro zwei Bewegungspunkte.

- Luther Bild erweitern: Mit Lutherkarten lassen sich einzelne Plättchen vom Bild entfernen. Der Spieler erhält dafür so viele Erfahrungspunkte, wie freie Felder in der entsprechenden Zeile und Spalte frei sind.

- Vorteilskarte spielen: Es kann eine Vorteilskarte gespielt werden, die einem Punkte oder andere Vorteile bringt.

- Sonderkarten abwerfen um dafür Proviantkarten ziehen.

Am Ende jeder Runde wird der Startspielermarker nach links weiter gegeben und dann das oberste “Cranach malt” Plättchen aufgedeckt. Das entsprechende Plättchen wird vom Lutherbild entfernt. Nachdem das letzte entfernt wurde, wird noch eine Runde gespielt, dann endet das Spiel.

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Fazit:

Mit “Luther - Das Spiel” hat der Kosmsos Verlag eine gelungene Spielumsetzung auf den Markt gebracht. Hier wird mit fast jeder Karte historisches Wissen in kleinen Mengen vermittelt und mit laufender Spielzeit kann es dazu führen, doch einfach mal das gelungene Beiheft zu nehmen und etwas mehr über Luther und seine Geschichte zu erfahren. Wohlgemerkt: Das ist keine Pflicht um das Spiel spielen zu können.
Das Spiel selber ist schnell erklärt und ein gutes Familienspiel. Die Mechanik mit dem Porträt von Martin Luther ist sehr gelungen. Im Spiel muss man gut abwägen, ob eine Lutherkarte gespielt werden soll, oder ob man sie noch behält und das Risiko in Kauf nimmt, um später mehr Punkte zu erhalten. Die Spielzeit ist mit ca. 45 Minuten in Ordnung.
Luther ist ein sehr gelungenes Spiel.

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