TEST // MUSEUM

TEST // MUSEUM

Was mich bei MUSEUM direkt angesprochen hat, ist die künstlerische Seite. Die Grafiken von Vincent Dutrait sind atemberaubend schön und verleihen dem Spiel eine ganz besondere Note. Nun waren die Arbeiten Dutraits an Spielen wie LEWIS & CLARKE, TREASURE ISLAND oder MYTHIC BATTLES: PANTHEON bereits sehr gut anzusehen, aber mit MUSEUM setzt der Künstler seinem bisherigen Schaffen die Krone auf.

Spielerisch ist MUSEUM ein Familienspiel Plus mit der Möglichkeit, zum Kennerspiel Minus aufgepeppt zu werden. Der Kern des Spiels besteht aus dem Sammeln von Karten, die sowohl zum Erreichen von Siegpunkten als auch als Zahlungsmittel verwendet werden können. Das erscheint auf den ersten Blick simpel, stellt sich im Spiel selbst dann aber als durchaus komplexer heraus. Das Abwägen zwischen dem Kauf von kleinen oder großen Karten und dem Aussuchen aus der Ablage mit gleicher Abwägung kann in manchen Situationen durchaus knifflig sein. Die Schlagzeilen-, Gefälligkeits- und Mäzenkarten sowie die Berater bringen zudem ein wenig Variabilität ins Spiel, ohne dabei jedoch allzu viel Tiefe zu bringen.

Auch wenn MUSEUM auf den ersten Blick relativ taktisch erscheint, ist es dennoch nicht immer planbar. Vor allem die zu Beginn ausgewählte Aufgabe kann sich schnell als Sackgasse herausstellen, vor allem dann, wenn die gewünschte Völkergruppe nicht zur Auswahl steht, da die entsprechenden Karten unten im Nachziehstapel liegen. Da die Punkte über die Zielkarten eine recht große Bedeutung haben, kann dies durchaus zu Frust führen.

Ein weiterer Punkt, der nicht unbedingt jedermanns Sache sein dürfte, ist das Anordnen der Ausstellung am Ende des Spiels. Dieses Auslegen der Karten zum Erzielen der maximalen Punktzahl dürfte manch einen an UBONGO erinnern. Wer mit derartigen Spielen wenig Spaß verbindet, dürfte auch hier seine Probleme mit diesem Abschnitt von MUSEUM haben.

Geeignet ist MUSEUM meiner Einschätzung nach am ehesten für Familien, die verschiedene Generationen an den Tisch bekommen möchten. Je nach Altersklassen können die Anforderungen über Regeln variiert werden und durch den vorhandenen Glücksfaktor können auch taktisch nicht ganz so versierte SpielerInnen eine Chance auf den Sieg haben. Durch das Zusammenpuzzeln der Sammlung am Ende werden zudem noch einmal andere Stärken abverlangt, wodurch noch ein zusätzlicher Siegfaktor ins Spiel kommt.

Letzten Endes schafft es MUSEUM auf seine ganz eigene Art und Weise, für Spaß am Spieltisch zu sorgen. Die Grafik hat mich vollends überzeugt, das Museumsthema wurde recht gut umgesetzt und die Mechanik kann nach den Bedürfnissen der Gruppe angepasst werden. Das Sammeln der Ausstellungsstücke und die Überlegung, welche Völkergruppe am besten in die Sammlung passt bzw. welche wissenschaftliche Errungenschaft die passende Ergänzung darstellt, sorgt für kurzweiligen Spielspaß, ohne dabei allzu sehr in die Tiefe zu gehen.

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Bilder zum Spiel

Tags: Set sammeln, Muster bilden, 2-4 Spieler, Deckbauspiel

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