TEST // Der Würfelkönig

Verfasst von Jörg Lindner am .

TEST // Der Würfelkönig
In einem fernen Land, einer Fabel- und Fantasywelt, ist dir das Privileg zugefallen, der König einer Burg und vieler Ländereien zu sein. Doch oh weh, du bist ja ganz allein. Also versuchst du mittels Würfelgeschick und etwas Strategie, Bürger in Städten, Bergwerken, Tüftlerwerkstätten, Ork-dörfern oder Zauberwäldern für dein Königreich zu gewinnen. Doch auch andere Könige (SpielerInnen) versuchen wertvolle Bürger anzuwerben, um am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte mittels überzeugter Bürger aufzuweisen und „Der Würfelkönig“ zu sein.

Wir haben uns ein Exemplar von „Der Würfelkönig“ aus eigener Tasche gekauft um es für euch testen zu können.

So funktioniert das Spiel

Es beginnt mit einem kurzen Spielaufbau. Dabei werden 40 Bürgerkarten gemischt und 5 davon offen den 5 verschiedenen Ortskarten zufällig zugewiesen. Der älteste Spieler beginnt das Spiel mit seinem Zug. Dieser besteht aus folgenden drei Schritten:

  1. Würfeln
  2. Neue Bürger überzeugen (+evtl Ortskarte nehmen) oder Strafkarte ziehen
  3. Kartenreihen auffüllen.

Würfeln und neue Bürger überzeugen

Im ersten Schritt würfelt man 6 Würfel mit den Zahlen 1 bis 6 und je 3 unterschiedlichen Farben (rot, grün und blau) maximal dreimal, um neue Bürger zu überzeugen. Nach jedem Wurf dürfen beliebig viele Würfel wieder neu gewürfelt oder rausgelegt werden.

Jeder Bürger, es gibt Elfen, Zwerge, Irre Gnome, Orks, Kobolde, Zauberlehrlinge und Feen, hat unterschiedliche Voraussetzungen unten auf der Karte angegeben, die erfüllt sein müssen, um sie erfolgreich anzuwerben. Zum Beispiel müssen x-Würfel einer bestimmten Farbe, oder y-Würfel mit einer bestimmten Zahl erreicht werden. Dabei sind die Voraussetzungen von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, was durch verschieden hohe Siegpunktwerte links oben auf jeder Bürgerkarte (1 bis 10 Siegpunkte) angezeigt wird.

Doch Vorsicht! Sollte nach 3 Würfelversuchen kein Bürger angeworben sein, da keine Bedingung erfüllt wurde, muss eine von 10 Strafkarten (Schurken) mit negativen Siegpunkten in der Wertigkeit von 1 bis 4 genommen werden.

Deshalb empfiehlt es sich oft nach dem 1. Wurf die Würfel rauszulegen, mit denen Bürger mit einfacher oder schon erfüllter Voraussetzung zum Anwerben angestrebt werden. Sie dienen als Sicherung, während mit den restlichen Würfeln höherwertige Bürgerbedingungen versucht werden zu erfüllen.

Mit etwas Glück befinden sich Bürger mit einfachen Voraussetzungen unter passenden Ortskarten. Bei erfolgreichem Anwerbeversuch erhält man dadurch neben der Bürgerkarte auch die darüber liegende Ortskarte, die zusätzliche 2 bis 4 Siegpunkte wert ist.

Nach positivem oder negativem Überzeugungsversuch legt der aktive Spieler die erhaltene(n) Karte(n) auf seinen Königreich-Stapel offen vor sich ab. Musste der aktive Spieler eine Strafkarte nehmen, legt er die offene Bürgerkarte ganz rechts in der Reihe auf den Ablagestapel.

Kartenreihe auffüllen

Sollte eine Lücke in der Bürgerkartenreihe vorliegen, wandern die Bürgerkarten je ein Feld nach rechts, so dass nur noch ein leerer Platz unter dem ersten Ortskartenstapel ganz links vorhanden ist. Eine neue Bürgerkarte wird vom verdeckten Bürgernachziehstapel gezogen und offen auf den leeren Platz gelegt. Der nächste Spieler im Uhrzeigersinn ist an der Reihe.

Das Spiel endet sofort, wenn ein Spieler die letzte Karte von Nachziehstapel der Bürgerkarten, die letzte Karte vom Strafkartenstapel oder die letzte Karte von einem beliebigen Stapel von Ortskarten genommen hat.


Spielmaterial

Die Box ist verhältnismäßig klein, so dass sie ohne Probleme mit in den Urlaub oder zu Bekannten mitgenommen werden kann. Die Karten weisen auch nach mehreren Spielen keine nennenswerten Mängel auf, so dass von einer guten Kartenqualität gesprochen werden kann.

Die Anleitung ist gut und verständlich geschrieben.

„Der Würfelkönig“ ist eine nette „Kniffel“-Variante mit einfachen Regeln und schönen Karikaturen (auf Bürgerkarten) für zwischendurch. Das Spiel richtet sich aufgrund seiner Einfachheit sowohl an Jung und Alt, wie es auch auf der Spielebox (8-99 Jahre) angegeben ist, und stellt somit ein gutes Familienspiel dar.

Durch Spezialfähigkeiten von einzelnen Bürgern (Zauberlehrling, Elfe, Hypnotiseur) und Drachen, die als „Geschenk“ verpackt, negative Siegpunkte bei einem anderen Spieler verursachen, ist Varianz in jedem Spiel gewährleistet.

Mit 4 bis 5 Spielern hat mir das Spiel am meisten gefallen, da der Glücksfaktor in diesen Fällen durch „passende“ Geschenke (negative Siegpunkte an Würfel-Glückspilze) etwas korrigiert werden kann.

Zu zweit habe ich das Spiel auch schon gespielt, bevorzuge aber aufgrund der oben genannten Gründe eher das Spiel zu viert oder fünft.

Der Glücksfaktor ist beim „Würfelkönig“ wie bei jedem anderen Würfelspiel nicht unwesentlich, so dass reine Strategiefreunde hier sehr wahrscheinlich wenig Freude haben werden. Ohne Fortuna wird man bei diesem Spiel nicht glücklich.

Bilder zum Spiel

wuerfelkoenig_01.jpg wuerfelkoenig_13.jpg wuerfelkoenig_14.jpg

wuerfelkoenig_15.jpg wuerfelkoenig_16.jpg wuerfelkoenig_17.jpg

wuerfelkoenig_18.jpg wuerfelkoenig_wertung.jpg

Tags: 2-5 Spieler, Würfelspiel, Familienspiel, Set sammeln, Press Your Luck

Drucken