TEST // Castell

TEST // Castell

 

Das Spiel Castell hat mich abgeholt und begeistert, ich würde jederzeit wieder eine Partie mitspielen. Das Besondere an dem Spiel ist die Flexibilität des Turmbaus. Jeder Spieler versucht während der gesamten Partie seinen Turm zu optimieren und die „richtigen“ Castellers anzuwerben. Das Verschieben, Hinzufügen oder Umgruppieren von Castellers-Plättchen in seinem Turm neben dem Spielbrett macht Spaß. Dabei sind die Fähigkeiten extrem wichtig und jeder versucht, die für sein Team passende Fähigkeit weiter zu trainieren. Trotzdem ist die Planung auf dem Spielfeld ein entscheidender Faktor. Wann kann ich wo welche Fähigkeit trainieren, welchen speziellen Auftrag kann ich erledigen und an welchem Festival will ich teilnehmen…? All das lässt sich über den Standort der Spielfigur auf dem Spielbrett steuern und vermag einer weisen Voraussicht sowie einer guten Planung. Die taktische Spieltiefe kommt während des fröhlichen Herumbastelns am Menschenturm nicht zu kurz. Es können mehrere Strategien verfolgt werden und es gibt mehrere Möglichkeiten, Punkte zu generieren.

Das Spielmaterial ist, wie vom Schwerkraftverlag gewohnt, sehr gut! Es gibt reichlich Marker und Plättchen aus stabiler Pappe, Holzfiguren und einen hochwertigen Stoffbeutel. Die Spielhilfen sind ausgezeichnet. Kurze, prägnante Erklärungen aller Aktionsmöglichkeiten mit zusätzlich skizzierter Verdeutlichung der Fähigkeiten – vorbildlich! Die Spielanleitung ist verständlich und einfach geschrieben. Es bleiben keine Fragen offen und auch der Hochglanzdruck und das feste Papier wirken sehr wertig. Das gesamte Spiel ist sehr farbenfroh und bleibt trotzdem übersichtlich. Die Farben und die Spieloptik passen optimal zum Setting und wirken sehr thematisch.  

Nach den Lobeshymnen jetzt doch noch zwei kleinere Kritikpunkte. Das „fröhliche Herumbasteln“, was ich etwas weiter oben noch als spaßig beschrieben habe, kann in gewissen Situation auch mal etwas langwierig und nervig werden. Dadurch, dass die Turmzusammensetzung niemals festgelegt ist, kann die Anordnung je nach Festival oder Auftragsplättchen verändert werden. Das Umbauen des Turms kann im späteren Spielverlauf mit mehr als zwanzig Castellers schon mal etwas dauern. Da kann es tatsächlich schon mal zu einer längeren Pause kommen und es entsteht eine größere Wartezeit!

Zudem konzentriert sich jeder auf seinen Turm und kann dabei schon mal einen Spielzug des Mitspielers verpassen / übersehen. Das Spielgeschehen auf dem Spielbrett wird dann zu etwas Nebensächlichen.

Einfache Regeln, stimmungsvolles Setting, cooler und kniffliger Turmbaumechanismus und das hochwertige Spielmaterial ergeben in meiner Bewertung ein tolles Urteil mit 80%! 

Tags: 60-90 Minuten, Muster bilden, Sets erstellen, 2-4 Spieler, Strategie

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