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Test: The 7th Continent: Das Abenteuer kann beginnen

Geschrieben von Daniel Krause.

Test: The 7th  Continent: Das Abenteuer kann beginnen

2015 und 2017 sammelte „The 7th Continent“ zusammen von 55.000 (!) Unterstützern weltweit rund 8,5 Millionen $ ein. Wir haben uns auf den unentdeckten Kontinent gewagt und geschaut, ob hier ein überhitzter Hype oder ein solides Spielerlebnis auf uns wartet. Das Spiel ist nur auf Englisch verfügbar gewesen. Aufgrund der hohen Anzahl von doppelseitigen Karten wird es wohl kaum auf Deutsch erscheinen.

Darum geht es im Spiel

Es ist das Jahr 1907. Ein renommierter Forscher kommt gerade von der ersten Expedition zum siebten Kontinent. Dieser Landstrich wurde angrenzend an die Antarktis erst vor kurzem entdeckt und ist der letzte unerforschte Ort der Erde.

Test: The 7th  Continent: Das Abenteuer kann beginnen

Der Forscher erholt sich noch von den Strapazen der letzten Expedition, als er aus der Zeitung erfährt, dass andere Mitglieder der Expedition aus unbekannten Gründen verschwunden sind.

Weil der Forscher an Fieber erkrankte und ihn ständig Schauer überkommen, hat er ein ganz mieses Gefühl. Er muss der Wahrheit ins Gesicht blicken: Etwas unbeschreiblich Böses verzerrt ihn von innen. Plötzlich fällt er in einen tiefen Schlaf, ohne zu wissen, dass das erst der Anfang ist…

So funktionier das Spiel

Das Spiel ist ein kooperatives Abenteuer. Es besteht aus Karten, die entdeckt werden wollen. Es gibt einen Aktionskartenstapel, der gleichzeitig auch die Lebensenergie darstellt. Aktionen verbrauchen unterschiedlich viele Karten, eine Mindestmenge und eine freiwillige Anzahl können gezogen werden. Sterne auf den Karten bringen Erfolge.

Das Abenteuer beginnt an einem Ort um den herum Erkundungskarten liegen. Nach und nach wird die Umwelt erkundet. Praktische Dinge werden gefunden und können gebaut werden. Fast alles kostet Energie und die Spieler müssen schauen, dass sie essen und rasten, um genügend Energie zu sammeln.

Test: The 7th  Continent: Das Abenteuer kann beginnen

Die Spieler haben individuelle Charaktere mit individuellen Fähigkeiten. Nach und nach wandern diese speziellen Fähigkeiten von dem Aktionsstapel in den Ablagestapel und von dort eventuell in die Hand des entsprechenden Spielers.

Fast alles kostet auf dem siebten Kontinent Energie. Es ist ein Kampf um das Überleben, das in der kargen und bedrohlichen Welt nicht immer einfach ist. Die Welt ist sehr hübsch gezeichnet und bildet sich durch ordentlich große Karten nach und nach. Doch bevor man ein neues Landschaftsfeld zu Gesicht bekommt, findet erst die Erkundung statt, die durch zufällige Erkundungskarten angezeigt werden. Hier können negative, aber auch positive Ereignisse stattfinden.

Um das Überleben zu sichern, ist es unabdingbar nach Nahrung zu suchen. Durch Nahrung kommen Karten wieder in den Aktionsstapel. Idealerweise wird das Essen an einem verfügbaren Feuer eingenommen. Der Aktionskartenstapel ist immens wichtig und schwindet im laufenden Spiel zunehmend schneller.

Test: The 7th  Continent: Das Abenteuer kann beginnen

Die Karten werden abgeworfen, wenn die Spieler sich über den Spielplan bewegen, wenn sie erkunden wollen, aber auch Prüfungen und Herausforderungen bestehen wollen.

Um die Chancen zu erhöhen, können Objekte erzeugt werden. Diese benötigen in der Regel Ressourcen. Hat man die Gegenstände hergestellt, können sie einem für eine gewisse Zeit durchaus behilflich sein.

Fazit

The 7th Continent ist schwer in einem Artikel auf den Punkt zu bringen. Wie soll man ein massiv geschichtenorientiertes Spiel vorstellen ohne zu spoilern? Das ist schwer möglich.

Das Grundspiel besteht im Prinzip daraus über eine zunehmend wachsende Landschaft zu laufen, zu erkunden und dabei Lebensenergie zu verlieren. Doch diese Beschreibung ist viel zu platt und wird dem Spiel nicht gerecht. Die Hauptmotivation bringt das Spiel auf den Tisch, indem es eine spannende Geschichte erzählt. Die Optik, die Geschichte und die Mühe, die die Entwickler in das Spiel gesteckt haben, lässt ein flüssiges Spielerlebnis auf dem Tisch erwachsen. Die Spieler wollen einfach wissen, wie es weiter geht, wollen die teils surreale und doch so bekannt erscheinende Welt erkunden.

Test: The 7th  Continent: Das Abenteuer kann beginnen

Dabei macht es das spiel einen nicht einfach. Im normalen und schweren Modus, kann die Reise schneller vorbei sein, als es einem lieb sein kann. Hier ist fast jede Entscheidung wichtig und könnte die letzte sein. Vor allem im Laufe der Zeit spitzt sich die Gefahr zu und es bleibt oft bis zum Ende spannend.

Das Spiel erinnert mich an ein gut gemachtes Adventure. Vor allem die Tatsache, dass jede neu erkundete Karte versteckte Zahlen enthalten kann, macht die Suche nach Geheimnissen spannend. Mir ist es schon passiert, dass mein Charakter lange über eine Karte hinweg war, bevor es mir wie Schuppen von den Augen fiel und ich eine Zahl erkannte, die ich vorher trotz Lupe nicht finden konnte.

Wer die langen Abenteuer bestreitet, wird sicherlich auch mal unterbrochen werden. Das ist bei der langen Spielzeit unausweichlich. Toll ist die Möglichkeit, dass Spiel zu "speichern" und an einem späteren Zeitpunkt weiter zu spielen!

Produktionstechnisch, lässt sich am Spiel nichts kritisieren. Sowohl Verpackung, als auch Innenleben ist absolut hochwertig. Die auf den Bildern zu sehende Spielmatte wurde extra dazu gekauft und ist nicht in der Spielbox enthalten.

Einen „kritischen“ Punkt gibt es noch anzumerken: Das Spiel ist rein englisch und wird wahrscheinlich auch nicht auf Deutsch erscheinen. Die Produktionskosten sind vermutlich zu hoch, da fast jede Karte beidseitig mit individuellen Text bedruckt ist. Ohne Kickstarter, hätte diese tolle Spiel vermutlich nie das Licht der Welt erblickt. Das Risiko bei den Produktionskosten wäre für jeden Verlag zu hoch gewesen.

Die Anleitung gibt es auf BoardgameGeek.com auf Deutsch, die Texte der Karten lassen sich auch passable mit einem google-Übersetzer per Smartphone in Echtzeit übersetzen.

Das Spiel ist auf jeden Falle ein „Must Have“, wenn man Englisch kann und auf Abenteuer Spiele steht. Dann sollte dieses toll produzierte Kleinod in die Sammlung gehören.

Bilder zum Spiel

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