Corax Tag: Unbenannter Prototyp angespielt

Geschrieben von Daniel Krause.

Corax Tag: Unbekannter Prototyp angespielt

Im Rahmen des Corax-Tages in Merseburg, durften Vertriebspartner und Pressevertreter zahlreiche Neuheiten aber auch Prototypen anspielen. Als erstes will ich mich dem Titel widmen, dessen Erscheinen noch am längsten auf sich warten lassen wird. Aus gutem Grund!

Von jedem Protypen durften (wenn auch aus der Ferne) Bilder gemacht werden. Vom Corax “Unbenannter Prototyp” indes nicht. Da ist auch durchaus sinnvoll, da das Spiel aktuell kein Setting und nahezu keine Grafik hat. Es ist also naheliegend erst davon zu berichten, weil ansonsten die Erinnerung daran verblassen könnte.

Gerhard Hecht hat den Prototypen entwickelt und ursprünglich ein Setting mit Kunstwerken ausgedacht, die von den Spielern erstellt werden müssen. Diese Hintergrundgeschichte konnte Corax Games nicht überzeugen. Das Spiel offensichtlich schon.

Es ist ungewöhnlich aber auch mutig, dass ein Verlag Pressevertreter in einem solch frühen Status an ein Spiel heran lässt. Dieses “nackte” bis auf die Haut ausgezogene Spiel offenbart nämlich nur dass, was am Ende an Spiel hinter hübscher Fassade und stimmungsvollen Setting stecken wird. Leichter lässt sich ein Blender nicht enttarnen!

Am Anfang war es reichlich ungewohnt sich an die karge Optik mit Kreisen, archimedischen Körpern und simpelsten Symbolen zu gewöhnen. Doch in wenigen Minuten war alles verinnerlicht und es konnte schon starten.

Wohlgemerkt beschränkt sich die Beschreibung des Spiels auf eine Version, die definitiv am Ende anders sein wird.

Jeder Spieler hat ein Tableau mit “Arbeiter”. Diese können die Spieler nacheinander auf 16 Felder platzieren. Zudem hat jeder Spieler Rohstoffmarker, die auf Rohstofffelder geschoben werden können um anzuzeigen, welche Rohstoffe vorhanden sind. Die “Arbeiter” werden platziert und beim entfernen wird der jeweilige Bonus des Feldes aktiviert. Die Arbeiter können weiterentwickelt werden und bilden sich fort, um noch schneller wieder besser zu werden.Mit den erschaffenen “Rohstoffen” kann dann eine Punktekarte erworben werden, die am Spielende unter bestimmten Voraussetzungen Punkte bringt. Wie das im Detail funktioniert sollte im frühen Stadium noch nicht beschrieben werden. Nur soviel Vorweg: Es funktioniert fabelhaft!

Die Beschreibung klingt vielleicht beliebig, aber die einzelnen Aspekt des Spiel griffen schon so wunderbar ineinander, dass schnell klar war, dass hier ein richtig guter und auch innovativer Mechanismus im Spiel steckt, der vieles Gewohnte in eine neue Höhe treibt.

Fazit

Ein so “nacktes” Spiel habe ich noch nie gespielt. Schon oft lagen Pototypen auf dem Tisch, aber ein Spiel ohne Setting, reduziert auf die reinen Aspekte, die das Spiel ausmachen gab es noch nicht. Umso faszinierender, dass dieses Spiel schon so viel Spaß macht! Das ging nicht nur mir so, sondern auch anderen Teilnehmern des Corax Tages. Das Feedback (das ich mitbekommen habe) war durchweg positiv. Die Ideen für mögliche Settings sprudelten wild vor sich her.

Warum macht das Spiel so viel Spaß?

Die Regeln sind ganz einfach zu verstehen. Die Symbole sind (für Vielspieler) absolut verständlich und eindeutig. Es gibt kaum Glücksfaktoren, außer dem Handeln der Mitspieler. Doch dem kann man mit den Möglichkeiten des Spiels ein Stück weit entgegen stehen. Es gibt nahezu immer einen Zug im Spiel, dass den bestmöglichen Zug nahezu gleichwertig ersetzen kann. Fast jede Aktion wird dementsprechend mit einem positiven “Gefühl” belohnt etwas richtig gemacht zu haben. Im “Endspiel” gibt es dann wenige Felder, die besonders wichtig werden und mit denen mich der Autor dann “abgezogen” hat. Hier ist Timing alles! Und das ist gut so. Genau so stelle ich mir ein Spiel vor, welches den Anspruch hat strategisch zu sein. Es soll auf jeden Fall Spaß machen und mir ein gutes Gefühl geben. Nachdenken, Taktik und richtige Einschätzung der Mitspieler soll belohnt werden.

In diesem Stadium ist ein verlässliches Fazit natürlich nicht machbar. Viel zu viele Fragezeichen stehen noch im Raum. Fakt ist, dass hier ein spielerischer “Diamant” darauf wartet den perfekten Schliff zu erhalten. Wenn am Ende alles passt, kann ein sehr gutes bis grandioses Spiel erwartet werden. Darauf muss dann aber auch bis Herbst 2019 gewartet werden.