Test: Kilt Castle - mehr Strategie als gedacht

Geschrieben von Daniel Krause.

Ganz ehrlich - “Kilt Castle” lag viel zu lange in der Ecke. Aufgrund zahlreicher weitaus vielversprechender Spiele (die auch zu enttäuschen wussten) wurde es immer wieder vertröstet. Als es dann endlich auf dem Tisch landete, konnte ich es kaum glauben - das Spiel ist echt gut! Warum habe ich es nicht schon längst gespielt?

Test: Kilt Castle - mehr Strategie als gedacht

Darum geht es

Im Wettstreit errichten die Spieler den gemeinsamen Stammsitz ihres schottischen Clans: Kilt Castle. Alle Spieler verfolgen dabei das eigenwillige Ziel, immer dann viele zusammenhängende Türme in der obersten Etage des Bauwerks zu besitzen, wenn diese versilbert werden.

Spielaufbau

Jeder Spieler erhält 16 Turmteile und 10 Dukaten. Der Spielplan wird in die Spielmitte gelegt und die Baukarten entsprechend der Spielerzahl an die markierten Felder am Rande des Spielplanes zufällig ausgelegt. Das Geld, die zwei Dächer und die Geldsäcke werden noch bereit gelegt und schon kann das Spiel beginnen.

Test: Kilt Castle - mehr Strategie als gedacht

So funktioniert das Spiel

“Kilt Castle” hat einen simplen Mechanismus. Der Spieler versetzt eine der anliegenden Baukarten. Hat sie nur eine Farbe, darf der Spieler der entsprechenden Farbe einen seiner Türme platzieren. Wir auf einem freien Feld gebaut, kostet es nichts. Werden Türme in die Höhe gebaut, muss für jede darunter befindliche Stufe eine Dukate bezahlt werden.

Hat eine Karte zwei Farben wird diese um 180 Grad gedreht und dann angelegt. Nun hat der Spieler mit der zur Spielfeld liegenden Farbe das Recht als erster zu bauen. Danach folgt der Spieler, dessen Farbe vom Spielfeld weg zeigt. Überbaut er in diesem Zug den gerade erst erbauten Turm des Mitspielers, bekommt dieser sofort ein Dach und darf bis auf weiteres nicht überbaut werden. Zudem zählt er nun für jeden Spieler am Dukatentag. Was das ist erklären wir im folgendem Abschnitt.

Test: Kilt Castle - mehr Strategie als gedacht

Entsteht eine Lücke durch das weiterziehen einer Baukarte, ist Dukatentag. Nun wird von oben geschaut welche Flächen und Wappen die Spieler aktuell haben. Für die größte zusammenhängende Fläche jedes Spielers, gibt es jeweils Dukaten. Wappen und Dächer werden dazu addiert.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler sein letztes Bauteil verbaut hat. Nun wird noch ein letzter Dukatentag ausgelöst und dann gewinnt der Spieler mit den meisten Dukaten.

Fazit

Als ich die Anleitung von “Kilt Castle” laß, dachte ich noch “schaun wir mal” ohne viel Erwartungen zu haben. Grundsätzlich mag ich mehr komplexe Spiele und habe dabei unterschätzt, dass mit simpler und durchdachter Spielmechanik durchaus viel Spieltiefe erzeugt werden kann - siehe Schach oder Mühle.

Tatsächlich ist es mit den richtigen Spielern ein äußerst abwechslungsreicher Schlagabtausch. Oft hat man seinen Turm gerade mit gutem Gedanken platziert, lehnt sich zurück und sieht den fatalen Fehler, den man gemacht hat. Manchmal gelingt einem auch ein “Geniestreich”, der das Gleichgewicht durcheinander bringt.

Test: Kilt Castle - mehr Strategie als gedacht

Hier spielt keiner solitär für sich. Es gilt nicht nur Platz für sich zu schaffen, sondern gerade auch die Konkurrenz zurück zu drängen. Will ich selber Punkte machen oder bringt es mir mehr, den Gegner ein zusammenhängendes Feld kaputt zu machen? Lohnt es sich Dukaten auszugeben, oder werde ich dann gleich überbaut. Welche Karte lege ich wohin und wie drehe ich sie? Wann löse ich einen Dukatentag am besten aus?

Durch diese permanente Konkurrenzsituation ist das Spiel stets spannend und niemals zufällig. Im Prinzip kann man sich denken, wie die Gegenspieler agieren könnten. Angriffe gilt es abzuwehren und ein Gewinn hat hier nie mit Glück zu tun.

Zu zweit ist das Spiel sehr strategisch. Mit drei oder vier Spielern ist es hingegen schwerer einzuschätzen, was die Gegner machen werden.

Dieses Spiel muss man mindestens einmal ausprobieren und ihm unbedingt mal eine Chance geben, zumal es mittlerweile echt günstig zu haben ist.

Bilder zum Spiel

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